New Yorker Geschichten: Gesine Heinrich liest Dorothy Parker
Pressestimme zur Premiere am 1.10. 2009 auf Gut Bustedt, Hiddenhausen
„Gesine Heinrich verwandelt sich in die verschiedenen Ich-Erzählerinnen, die immer eine Mischung aus Parker und klarsichtig
beobachteten Personen sind. Mit ihrem pointierten Vortrag zieht sie die Zuhörer in die urbane Welt der Parker, die zeitlos
und gegenwärtig zugleich ist. Sie leiden mit, wenn die in der Nacht erwachte Erzählerin aus „Morgenstund hat Gift im Mund“
die Schafe verflucht, die sie keinesfalls, auch nicht um wieder einschlafen zu können, zählen will...Die Frau mit den
Mohnblumen in „Arrangement in Schwarz und Weiß“ versichert sich und allen, die es hören wollen, dass sie keine
rassistischen Vorurteile habe. Gleichzeitig ist sie aber zutiefst verunsichert, wie sie sich 'dem Schwarzen' gegenüber
verhalten soll. Heinrich lässt dieses Doppel-Ich aus selbstsicherem Auftreten und innerer Unsicherheit durch ihren Vortrag
lebendig werden. “Sentiment“ spielt im typischsten aller New Yorker Orte – einem Taxi. Das „Yellow Cab“ fährt durch eine
Straße, die die Erzählerin mit einer verlorenen Liebe identifiziert und nicht mehr sehen will. Sie schließt die Augen, die
Erinnerungsbilder bleiben, obwohl sich herausstellt, dass sie in einer ganz anderen Straße unterwegs sind. Liebesleid
entsteht im Kopf. Fast bemitleidenswert erscheint das Leben einer New Yorker Dame der Upper Class, die in „Aus dem Tagebuch
einer New Yorker Lady“ geschildert wird. In endlosen Variationen reihen sich Theaterpremieren und Partys mit der immer
gleichen Band aneinander. Jede echte Anteilnahme geht im Zwang des Dabeiseinmüssens unter. „Der letzte Tee“ – ein
pointierter Dialog zwischem einem Mann und einer Frau, die sich nichts mehr zu sagen haben und mit einem „Ich ruf dich an“
für immer voneinander verabschieden, beschließt den Abend. Mit ihrem Vortrag erschloss Gesine Heinrich den Zuhörern die
Texte Dorothy Parkers auf neue, eindringliche Weise.“
Neue Westfälische, Samstag/Sonntag, 3./4. Oktober 2009
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