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Dichte Atmosphäre und hohe SpannungROTTWEIL - Nicht allzu viele Besucher hatten am vergangenen Freitagabend den Weg in das Badhaus gefunden, aber diejenigen, die ihn gegangen waren, erlebten einen hochwertigen, kultivierten Abend des Chanson-Gesanges. Von unserem Mitarbeiter Heinz R. Gallist. Auf der Bühne des Badhauses agierten die Sängerin Gesine Heinrich und ihr Klavierbegleiter Rolf Herter. Unter dem Motto "Vampsein verpflichtet..." bot Gesine Heinrich vor allem Chansons in perfekter gesanglicher Darbietung. Für ihre künstlerische Präsenz brauchte sie nur wenige Versatzstücke, eine rote Boa, einen roten Schal, den sie gleich bei ihrem ersten Auftritt temperamentvoll zu Boden schleuderte, ein Sektglas mit Inhalt, einen Barhocker und einen hervorragenden Pianisten: Rolf Herter. Der Schwerpunkt dieses Abend, der sich zu einem "Chansonkonzert" auswuchs, war in erster Linie ein künstlerisches Ereignis. Gesine Heinrich, die einige witzige und launige Überleitungen zwischen den einzelnen Chansons sprach, ist in der Lage, ihr Publikum unmittelbar anzusprechen, auf einzelne Zuhörer direkt zuzugehen und sie in ihre Darbietung in bester Chanson-Manier einzubeziehen. Sie verfügt über eine hervorragend durchgebildete Stimme, die ihrem Ausdruckswillen mühelos folgt. Daraus ergibt sich über die Präsenz ihrer Person in allen Chansons eine dichte Atmosphäre und hohe musikalische Spannung, der die Zuhörer lauschen und sich ihr bereitwillig hingeben. Das Repertoire der gesungenen Chansons ist breit angelegt, Gesine Heinrich besitzt eine große Ausstrahlung, die den Inhalt der einzelnen Chansons mühelos in den Raum transportiert. In Rolf Herter hatte sie einen gleichberechtigten Partner zur Verfügung, der ihren vokalen Qualitäten überragende pianistische Qualitäten entgegensetzte. Auch seine künstlerisch hochwertige Gestaltung, die dem Klavier eine klangsinnliche Farbigkeit entlockte, seine manuelle Diskretion und Geschmeidigkeit aber auch die Fähigkeit, plötzlich die musikalische Führung zu übernehmen, hatte wesentlichen Anteil an der hohen Spannung, die im Publikum zu hoher Konzentration und absoluter Ruhe führte. Schwäbische Zeitung, 24. März 2003 |
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