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Chanson-Poesie

"Ich male Herzen" - Lieder und Lyrik

    Wie eine Rose
    Blüte und Dornen
    wie eine Kerze
    mit flackerndem Licht
    bist du mein Leben
    meine Liebe
    und ich lasse
    ich lasse dich nicht...

Gesine Heinrich (voc, git) rührt mit ihren Liedern und ihrer äußerst wandlungsfähigen Stimme an die menschliche Existenz, an unsere Tiefen und Untiefen. Es geht um Leben und Tod, Nähe und Verlust, Sehnsucht und Geborgenheit. Und immer wieder um die Ambivalenz der Liebe. Auf der Bühne eröffnet sie einen musikalischen Kosmos voll philosophischer Poesie: zart, sinnlich und ergreifend intensiv.


Kleine Auswahl eigener Texte:

  1. Zwei Philosophen
  2. Rien ne va plus

Zwei Philosophen

Es waren zwei Philosophen
Die wohnten im selben Haus
Sie lasen Platon und Hegel
Und kannten sich überall aus.

Sie lasen und schrieben und lasen
Ein jeder mit seinem Kopf
Sie schliefen, tranken und aßen
Ein jeder aus seinem Topf.

Sie forschten und fragten und dachten
Jeder an seinem Tisch
Und wenn sie mal kurz lachten
So lachte jeder für sich.

Sie standen sich nie gegenüber
Und wechselten nie nur ein Wort
Die Einsamkeit war ihnen lieber
Ihr schönster und einziger Ort.


Stets kauften sie sich neue Bücher
Und neues weißes Papier
Dann spannten sie riesige Tücher
Vor Flure, Zimmer und Tür.

Ihr Leben schien einfach und weise
Doch fürchteten sie und zwar sehr
Der andre schliche sich leise
An Seinen Schreibtisch her:

Dann sähe er, was Er errungen
Dann raubte er Ihm Wort für Wort
Und spräche in fremden Zungen:
Was für ein Brudermord!

So weit war es noch nicht gekommen
Noch dachte jeder für sich
Ganz von sich eingenommen
An seinem, dem wahren Tisch.

Es waren zwei Philosophen
Die wohnten im selben Haus
Sie lasen Platon und Hegel -
Nur sich ließen sie leider aus.


Text: © Gesine Heinrich



Rien ne va plus Du lebst so dahin Und du lebst so daher Mal ist es leicht Und dann wieder schwer Die Probleme sind da Analysiert Du fängst alles an Hast dich oft schon blamiert Du fühlst dich ertappt Vom Nachbarn durchschaut Weil gar nichts mehr klappt Dein Haar ist ergraut Du igelst dich ein Und schirmst dich gut ab Trinkst viel zu viel Wein Und fühlst dich bloß schlapp Du wartest nur ab Du weißt nicht worauf Doch wohl nicht aufs Grab? Du kommst nicht drauf Du sehnst dich so sehr Und weißt nicht wonach 'Das Leben ist schwer', Sagst du, und 'ach' Du möchtest so gern Du weißt bloß nicht was Und dann siehst du fern Das macht keinen Spaß Du möchtest verreisen Doch es geht dir nicht gut Du willst was erleben Leider fehlt dir der Mut Du willst dich verlieben Doch nie gehst du aus Machst das Licht aus um sieben Und hütest das Haus Du fühlst dich betrogen Von der Welt und von Gott Und die dich erzogen Tatens nur im Komplott Du willst dich verändern Und heulst dir was vor Mit peinlichen Rändern Und Pfeifen im Ohr Du willst was bewegen Hast große Ideen Dann denkst du verlegen: Das wird wohl nicht gehn Du kleidest dich schlecht Und ernährst dich nicht gut Machst es niemandem recht Und rächst dich mit Wut Du verlierst dich im Tag Und verlängerst die Nacht Dass dich niemand mehr mag Ist längst ausgemacht. Text: © Gesine Heinrich